Dorfkirche Rehbach


Rehbacher Anger, 04249 Leipzig

Inmitten des Rehbacher Angers, bilderbuchartig umrahmt von zahlreichen Bauernhöfen, erhebt sich die Dorfkirche zu Rehbach. Sie ist eine Chorturmkirche, die mithin einen Bautyp verkörpert, wie er seit dem hochmittelalterlichen Landesausbau in Nordwestsachsen gebräuchlich war. Gleichwohl scheint die älteste Bausubstanz erst im Spätmittelalter entstanden zu sein, worauf die großformatigen Sandsteinblöcke in den östlichen Langhauswänden hinweisen. Der Gesamteindruck der Kirche ist freilich barock und wird von dem hohen achteckigen Turmaufsatz mit geschweifter Haube und aufgesetzter Laterne bestimmt. Eine Inschrift von 1705 weist auf einen durchgreifenden Umbau hin, die sich auf die Erhöhung des Turmes, die Vergrößerung der Kirchenfenster und eine Verlängerung des Schiffes nach Westen beziehen dürfte.

Das Kircheninnere beeindruckt durch seine geschlossene Ausstattung. Noch der Barockzeit gehört der hohe Portikuskanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts an. Qualitätvoll ist die Anordnung der monumentalen Säulen, die von einem beherrschenden Sprenggiebel überfangen sind und den geschnitzten Kanzelkorb flankieren. Seitlich des Altars zeigen zwei Nischen die Lindenholzfiguren von Moses und Johannes dem Täufer, die den Alten und den Neuen Bund ankündigen: Moses hält die Gesetzestafeln, Johannes weist mit seiner Rechten nach oben auf Christus, der im Plafond der Decke dargestellt ist. Beide Skulpturen entstanden zeitgleich mit dem Altar und beeindrucken durch ihre lebhafte Gestik. Das hölzerne Taufbecken mit Schnitzwerk stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert.

Die Fenster der Kirche leuchten in einer besonderen Farbenpracht. Während die vier Fenster des Kirchenschiffes die Evangelisten abbilden, wird im Fenster an der südlichen Chorwand die Weihnachtsgeschichte dargestellt. Die dreiseitige Empore, die im Bereich der Orgel leicht vorschwingt, fügt sich mit ihren Brüstungspanelen gut in den barocken Gesamteindruck des Innenraumes ein, auch wenn ihre gusseisernen Säulen verraten, dass sie erst nach 1850 hinzugekommen sind.

2005 wurde die jüngste Außensanierung des Gotteshaus realisiert. In den Jahren 2009-2015 wurden umfassende Renovierungsarbeiten im Kircheninneren und die Restaurierung der Orgel durchgeführt.