Unser Gruß

Gruß 2019 (Pfarrer Karl Albani)Liebe Gemeinde,

Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht!
Es passierte in Israel vor wenigen Wochen.
An einem ruhigen, abgelegenen Ort am See
Genezareth laufe ich über einen Parkplatz und wer läuft mir da "zufällig" über den Weg? Der Landesbischof der Lutherischen Kirche im 20.000 km entfernten Papua-Neuguinea, ein Vertrauter aus der Zeit, als ich noch in jenem Land als Missionar tätig war. Nicht nur das: Als wir uns überwältigt von der Überraschung in den Armen liegen, höre ich hinter mir eine bekannte Stimme sagen: "In Deutschland haben wir uns seit Jahren weder gesehen noch gehört– und nun begegnen wir uns hier!"

Eine Stimme, Worte eines Freundes, die sooo gut tun, Herz und Körper in freudige Stimmung versetzen. Was für ein Zufall. Nicht genug damit: Als wir später einen Gruß an alte Freunde nach Deutschland per WhatsApp versenden und berichten, wo meine Frau
und ich gerade sind, kommt prompt zurück: "Ihr glaubt nicht, wo wir gerade sind! In Israel!" Der Zufall will`s, dass wir uns dort wiedersehen. Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht!

Nun bin ich im Krankenhaus gelandet und vor Redaktionsschluss muss dieser Gruß fertig werden und ich lese diesen Monatsspruch für Juni und lese die Überschrift, die über dem 16. Kapitel steht: "Der Mensch denkt und Gott lenkt!" Oder anders: "Der Mensch denkt über vieles nach und macht seine Pläne, das letzte Wort aber hat der HERR!"
Zufällig trifft es mich, herausgerissen aus allen Planungen und Vorbereitungen auf Konfirmation, Sitzungen, Persönlichem. Und dazu dieses "süße" Wort aus dem Vers, hinter dem sich doch eine große Lebensweisheit und großartige Lebenserfahrungen verbergen:
Wie gut tut uns ein freundliches Wort am Krankenbett, ein aufmunterndes und Mut zusprechendes in Zeiten der Niedergeschlagenheit, ein mitreißend fröhliches oder liebevoll zärtliches in den Stunden des Zweifels und der Sorge. Wohltuend und heilsam können Worte für Leib und Seele sein, wenn sie aus freundlichem Munde kommen. Ich bin dankbar, dass ich solchen Zuspruch jetzt erfahren darf – kein Zufall. Oder doch? Wenn wir Zufall als etwas verstehen, was uns Gott zufallen lässt. Die nächsten Wochen und Monate geben uns reichlich Gelegenheit, uns dankbar zu zeigen für Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben, Dinge, die überwältigen, die uns überraschend über den Weg laufen – Erlebnisse und Menschen.

Amen, Ihr Pfarrer Karl Albani